Ein Abend voller intensiver Emotionen: Am 18.12.2025 hielt Dr. Stephanie Höllinger ihre Antrittsvorlesung zum Thema „An den Grenzen des Erträglichen. Über das tückische Wesen des Ekels“. Sie zeigte darin auf, dass der Ekel ein kontingentes Gefühl ist, das in hohem Maße durch das soziale Umfeld geprägt und mitgeformt wird. Diese soziale Bedingtheit macht die Emotion des Ekels zugleich anfällig für politische oder religiöse Manipulation. Entsprechend ist der Ekel künftig – sowohl individuell als auch gesellschaftlich – als einflussreiche Emotion wahrzunehmen und je nach Kontext auf seine sittliche Legitimität hin zu überprüfen. Die Theologie steht dabei besonders in der Pflicht.

Mit dieser mitreißenden Antrittsvorlesung schloss Stephanie Höllinger ihr Habilitationsverfahren erfolgreich ab. Mit ihrer Qualifikationsschrift „Kontingente Gefühle. Moraltheologische Überlegungen im Licht antiker Emotionsforschung“ hat sie eindrucksvoll gezeigt, wie fruchtbar die theologische Auseinandersetzung mit Emotionen sein kann. Die Arbeit wird voraussichtlich im kommenden Jahr in der Reihe Studien der Moraltheologie (Neue Folge) des Aschendorff Verlags erscheinen.

Wir sind dankbar für diesen besonderen Abend, der nicht nur wissenschaftlich inspirierend war, sondern auch emotional bewegt hat. Vor allem aber freuen wir uns sehr, mit Dr. Stephanie Höllinger eine so hochqualifizierte, engagierte und wunderbare Kollegin in unserer Fakultät zu haben. Herzlichen Glückwunsch zu diesem wichtigen Meilenstein!